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Abi 2010: Größter Jahrgang in NRW

Das Lingener Theater auf der Wilhelmshöhe bot den würdigen Rahmen, als am Samstagnachmittag 134 Abiturienten der Hüberts’schen Schule ihre Reifezeugnisse aus den Händen ihrer Klassenlehrer überreicht bekamen. Anwesend waren zahlreiche Ehrengäste und die gesamte Elternschaft. Es war der größte Abiturjahrgang, den die Hüberts’sche bislang in ihrer Geschichte hatte. „Es ist mir keine Schule in dieser Variante der gymnasialen Oberstufe in NRW bekannt, die eine höhere Abiturientenzahl hat“, sagte Schulleiter Alfons Ahlers. Er zeigte sich erfreut, dass dabei Quantität nicht zulasten der Qualität gehe, wie die Ergebnisse des Zentralabiturs zeigten. „Die Abiturienten der Hüberts’schen Schule waren stets besser als der Landesdurchschnitt“, sagte Ahlers. Wenn auch die Ergebnisse von 2010 noch nicht vorliegen, weise doch die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern, die in diesem Jahr eine Eins vor dem Komma haben, darauf hin, erläuterte Ahlers. Von den Hopstener Schülern erreichte Felix Schallenberg aus Halverde einen Notendurchschnitt von 1.9. Christin Wübbel aus Hopsten 1,7 und Fleur Pasche 1,8. Als Schulbeste konnten Hanna Niehoff aus Wietmarschen mit Note 1,2 und Maik Merscher aus Lengerich mit 1,5 vom Schulleiter mit einem Präsent geehrt werden.

Doch nicht nur der Notendurchschnitt zähle, sondern auch Eigenschaften wie soziales Engagement, Solidarität oder Offenheit gegenüber Neuem sei wichtig – „und hierfür würde ich allen Absolventen eine 1,0 bescheinigen“, lobte Ahlers stolz seine Schüler. Pädagogen von anderen Schulen äußerten verschiedentlich: „Ihr lebt an eurer Schule im Schlaraffenland“, kommentierte er schmunzelnd angesichts des guten „Schulklimas“. Über jede Schulabschlussfeier schwebe aber auch die Ahnung, dass nun der „Ernst des Lebens“ beginnen könnte. Der Übergang von Schule oder Uni in den Beruf markiere die Grenze zwischen Jugendlichsein und Erwachsenensein: Eine neue Qualität der Verantwortung für sich und den anderen komme auf jeden zu, der diesen Übergang zu meistern habe, so Ahlers. Der Schulleiter riet den Schulabsolventen, Verantwortung für ihr Lebensglück wie für die Qualität ihres Lebensumfeldes zu übernehmen, in dem sie zu „Lebensunternehmern“ werden.

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Anhand eines Beispiels aus dem Profi-Fußball machte er deutlich, dass es dem Fußballer nicht darum gehe, innerhalb der Hierarchieebene des Vereins Karriere zu machen, um irgendwann Chef des Vereins zu werden. Es gehe dem Fußballer vielmehr darum, sich dort entfalten zu können und sich dafür noch möglichst teuer zu verkaufen. Der Fußballer ist für seine Zukunft selbst verantwortlich und macht, was er am liebsten tut und was er am besten kann. Umfragen führender europäischer Universitäten bestätigten den Trend: Bevorzugte Arbeitgeber für den kommenden Berufseinstieg seien Unternehmen gewesen, in denen es nicht so sehr auf die stetige Karriere innerhalb eines Unternehmens ankomme, sondern auf ständig neue, wechselnde Herausforderungen mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung.„Ich bin der Meinung, dass wir auf eine Welt zusteuern, in der wir viel selbstständiger und selbstbestimmter sein werden. Dadurch wird unser materieller und immaterieller Wohlstand deutlich zunehmen“, zeigte Ahlers optimistisch in die Zukunft. Abschließend dankte er den Abiturienten, Eltern und seinen Lehrern für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit.

Schülersprecher Christian Wirtz erinnerte an eine schöne Schulzeit. „Wir haben alle zusammen in der einen Hüberts’schen Schule im Team zusammengearbeitet und werden uns später immer positiv daran erinnern, wie schön die drei Jahre waren“, sagte der stellvertretende Stufensprecher. Nicht nur die Arbeit zwischen den Schülern sei angenehm: „Auch die Lehrer haben uns so unterstützt, dass wir alle es bis hierher geschafft haben. Und dafür bin ich dankbar“, so Wirtz. Ob die Zukunft für alle positiv verlaufen und Träume verwirklicht werden könnten, die Antwort darauf werde die Zukunft bringen. „Der Weg ist das Ziel“, griff der Schülersprecher das Motto des gemeinsamen Gottesdienstes vor der Abiturfeier in der Maria-Königin-Kirche in Lingen auf. Auch Schülersprecher Flamur Ramaj fand herzliche Dankesworte für die Eltern, Lehrer und Mitschüler. „Wir haben viel erlebt, interessante Erfahrungen gemacht und neue Freundschaften geschlossen“, sagte er. Als Sprecher der Elternvertretung gratulierte Hermann Thurau aus Gersten den Abiturienten: „Ihre Leistung verdient hohe Anerkennung. Bewahren Sie sich auch mit zunehmendem Alter Leichtigkeit und Charme, Humor und Lebensfreude“.

Ludger Kleine-Harmeyer überbrachte die Glückwünsche zum bestandenen Abitur im Namen des Rates und der Gemeinde für den verhinderten Bürgermeister. „Wenn Sie heute einen weiteren Schritt in ihrem Leben machen, so geschieht das im Vertrauen darauf, dass Ihnen Eltern und die Lehrer der Hüberts’schen Schule eine gute Basis geschaffen haben und Sie selbst daran in fast 5000 Tagen Leistung das heutige Ergebnis möglich machten. Diese lange Zeit der Schule manchmal qualvoll, auch spannend und kurzweilig mit dem Abitur zu beenden, das ist schon ein großes Lob wert“. sagte Kleine-Harmeyer aus. Bei allen Veränderungen, die in der Schullandschaft noch zu erwarten sind, erhoffe er, dass die Mixtur aus öffentlichen und privaten Schulen weiterhin gefördert und gelebt werde. Die Hüberts’sche Schule habe ständig steigende Schülerzahlen und einen exzellenten Ruf, so Kleine-Harmeyer. Sie repräsentiere ein starkes Stück Hopsten und darüber sei die Gemeinde sehr froh. Es sei das Ergebnis jahrzehntelanger harter Arbeit.

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