Lächelnd laufen für den guten Zweck
Mit einem Lächeln haben die Schüler der Hüberts‘schen Schule beim 4. Lauf für das Licht die Strapazen ertragen. Schließlich wollten sie mehr als 17 600 Euro für Augen-OPs und eine Grundschule in Tansania erlaufen.
Extrem schweißtreibend war der Vormittag Donnerstag für die Schüler der Hüberts‘schen Schule, der Ketteler-Realschule und der St.-Georg-Hauptschule in Hopsten. Nicht etwa wegen kniffliger Mathe-Aufgaben oder schwieriger Klassenarbeiten. Nein, statt auf dem Allerwertesten über schriftlichen Übungen zu brüten, betätigten sie sich körperlich für einen guten Zweck – und ertrugen die Strapazen beim 4. „Lauf für das Licht“ daher lächelnd.
Ein hohes Ziel weckte dabei den Ehrgeiz vieler Schüler – und auch einiger Lehrer. „Wir werden den bisherigen Rekord atomisieren“, hatte Dietmar Popp, Lehrer der Sportabiturklasse zwölf der Hüberts‘schen Schule als Marschroute ausgegeben. Seine Schüler hatten den Sponsorenlauf diesmal organisiert. Ziel: Mehr als 17 600 Euro einnehmen. Diese Marke hatten ihre Vorgänger im vergangenen Jahr gesetzt.
Das Geld geht wieder an den Mettinger Augenarzt Dr. Kurtgeorg Preuß. Er operiert in Arusha, Tansania, seit vielen Jahren ehrenamtlich Menschen am Grauen Star, gibt damit Erblindeten ihr Augenlicht zurück. Im vergangenen Jahr ist erstmals ein Teil der Spendensumme der Hüberts‘schen Schule in ein Schulbauprojekt geflossen. Schon seit Monaten stehe die Sportabiturklasse in E-Mail-Kontakt mit Joseph, dem Schulleiter, erzählt Leonie Gröne. Er bekommt diesmal auch Fotos und kleine Videosequenzen, die er seinen Schülern zeigen kann. Das Geld, das die deutschen Schüler gestern erlaufen haben, soll voraussichtlich in den Bau eines Internats für Mädchen fließen, verrät Dietmar Popp. Das liege dem Schulleiter sehr am Herzen. Dass Mädchen in Arusha regelmäßig zur Schule gehen dürfen, ist noch nicht üblich. Gehen sie abends nach Hause, besteht immer die Gefahr, dass sie am nächsten Tag nicht wiederkommen, sondern doch zu Hause zum Arbeiten eingespannt werden. Daher das Internat.
Um ihnen und den vielen Menschen mit Augenproblemen zu helfen, drehten die Schüler aller drei Schulen gestern Runde um Runde um das Schulgelände. Etwa zwei Kilometer legten sie bei einem Umlauf zurück. „Wir haben sehr viele Einzelläufer mit großen Sponsoren“, berichtete Dietmar Popp. Ein Lehrer etwa erhalte 100 Euro pro Runde. „Eine Augen-OP kostet 50 Euro“, berichtet Isabelle Claßen aus der Sportabiturklasse. „Dieser Lehrer gibt also mit jeder Runde zwei Menschen ihr Augenlicht zurück.
Mit der Organisation der Veranstaltung sind die Zwölftklässler seit Monaten beschäftigt. Mitschüler und Nachbarn mussten informiert, die Strecke geplant, gesichert und markiert, und für Verpflegung gesorgt werden. „Wir haben die ganze Strecke mit einer Kreidelinie zweigeteilt“, sagt Isabelle Claßen. „Rechts gehen, links laufen.“ Denn auch Letzteres ist ausdrücklich erlaubt.
Seine Sponsoren hat sich jeder Läufer selbst gesucht. „Viele haben gleich vier oder fünf“, berichtet Isabelle. Die jeweiligen Klassenlehrer zählten per Strichliste die Runden, die ihre Schüler zurücklegten. Wenn die Sponsorengelder eingetrieben sind, erhält Dr. Kurtgeorg Preuß die Spende.
„Wir hätten nicht gedacht, dass das so viel Arbeit ist“, sagt Leonie Gröne. Jetzt hoffen alle, dass sich der Aufwand finanziell niederschlägt – am besten mit mehr als 17 500 Euro. Schließlich sind die Organisatoren ja Sportler. Und die brechen gern Rekorde.
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Quelle: IVZ Online, Anke Beiing (URL: http://www.ivz-aktuell.de/lokales/hopsten_artikel,-Laechelnd-laufen-fuer-den-guten-Zweck-_arid,497455.html,-Laechelnd-laufen-fuer-den-guten-Zweck-_arid,497455.html,-Laechelnd-laufen-fuer-den-guten-Zweck-_arid,497455.html, Zugriff am 30.08.2015)