Alle kommen für Ali
Große Hilfsbereitschaft: Bis zur Mittagszeit haben sich etwa 380 Menschen am Freitag in Hopsten registrieren lassen, um sich als mögliche Stammzellspender für den 18-jährigen Mettinger Ali testen zu lassen, der an Blutkrebs erkrankt ist.

Jan-Niklas Brecht aus Bevergern ließ sich am Freitag als Stammzellenspender bei der DKMS registrieren. Anne-Kathrin Heicks stellte sich für die Blutentnahme zur Verfügung.

Die Aktion braucht viele Helfer: (v.l.) Lehrerin Verena Lagemann, Simon Stifter (DKMS), die Schüler Leyla Schaffer und Leo Deters sowie die ärztlichen Betreuer Marianne Cramer und Dr. Artur Wilkens.
Ein Menschenleben zu retten kann einfach sein, doch es braucht eine Menge Helfer dazu. Nachdem Lehrer und Schüler an der Hüberts’schen Schule Anfang September erfuhren, dass ein ehemaliger Mitschüler an Blutkrebs erkrankt ist, wuchs der Entschluss, erneut einen Aufruf zur Typisierung von Stammzellenspendern zu starten. Der Erfolg gibt den Verantwortlichen Recht. Bis zur Mittagszeit hatten sich etwa 380 Personen, darunter 330 Mitschüler Alis, registrieren lassen. Ein kleiner Piks oder ein Strich mit dem Wattestäbchen kann vielleicht das Leben des jungen Mettingers retten.
„Wir haben die Schüler vorher informiert“, erläutert Lehrerin Verena Lagemann. Dabei standen Materialien der „Deutschen Knochenmarkspenderdatei“ (DKMS) zur Verfügung. Bei der Aufnahme von Personalien, weiteren Kontrollen sowie der Entgegennahme von Geldspenden waren etwa 30 Schüler eingebunden.
Am Freitag waren in der Aula des Schulzentrums Hopsten Simon Stifter und Jessica Bönemann von der DKMS vor Ort, um den organisatorischen Ablauf im Auge zu behalten. „Unsere Aufgabe ist die Gewinnung neuer Spender“, so Stifter. Die Mitarbeiter verfassen Pressemitteilungen, erstellen Aufbaupläne und verteilen Aufklärungsbroschüren. „Über vier Millionen Menschen haben sich in Deutschland bereits registrieren lassen, trotzdem finden nur etwa 20 Prozent der Patienten einen geeigneten Spender“, erläutert der Fachmann.
Damit sich das ändert, engagiert sich auch der VfL Eintracht Mettingen für seinen ehemaligen Spieler, der seine gesamte Jugendzeit als Fußballer aktiv war. Es hätten sich viele Vereinsmitglieder bereit erklärt, an der Aktion teilzunehmen, sagte Lars Mosel. In den Fußballmannschaften gebe es sicher wenige Mitglieder, die nicht bereits registriert seien, betonte der stellvertretende Jugendobmann.
Für die Blutabnahme stand geschultes Personal zur Verfügung. „Die Schule hat im Klinikum Ibbenbüren um fachliche Unterstützung gebeten“, sagte die medizinische Fachangestellte Nadja Reisch. Sie hat sich freigenommen und ist nach Hopsten gefahren, um ihre Zeit und ihr Fachwissen zur Verfügung zu stellen. Die ärztlichen Betreuer, Marianne Cramer und Dr. Artur Wilkens aus Hopsten, standen den Helfern und Spendern zur Seite. Es habe jedoch nur einige kleinere Kreislaufprobleme gegeben, so Cramer. Schließlich hatten sich überwiegend junge und fitte Menschen beteiligt. Für die ganz Ängstlichen waren auch Abstriche aus der Mundhöhle mit zwei Wattestäbchen möglich.
Malin Ostendorf und Kristin Westphal, beide in der Ausbildung im Fachseminar für Altenpflege der Caritas in Ibbenbüren, waren von der Wichtigkeit der Hilfe für Erkrankte überzeugt. „Es hat auch überhaupt nicht wehgetan“, sagten sie lächelnd. Das konnte auch Jan-Niklas Brecht aus Bevergern bestätigen. Der Student hatte sich zudem vorher auf der Homepage der DKMS über das Verfahren informiert. So ließ er sich von Anne-Kathrin Heicks bereitwillig Blut entnehmen. Die Medizinstudentin hat von Ihrer Mutter Christiane Schwarz-Bronwick, Lehrerin an der Hüberts’schen Schule, von der Maßnahme erfahren.
Die Registrierung der Spender ist nicht kostenlos. Daher ist der DKMS auch mit Geld zu helfen:
Spendenkonto Kreissparkasse Tübingen,
Konto IBAN DE64 6415 0020 0000 2555 56.
Informationen unter www.dkms.de.
Quelle: IVZ Online, Brigitte Striehn (URL: http://www.ivz-aktuell.de/lokales/hopsten_artikel,-Alle-kommen-fuer-Ali-_arid,507044.html, Zugriff am 26.09.2015)