Rollenspiele sorgen für Spaß beim Bewerbungstraining

Jedes Jahr bieten die Krankenkassen vor Ort ein Bewerbungstraining an. „Das Angebot nehmen wir gerne an“, so Jürgen Eiter, stellvertretender Schulleiter der Hüberts‘schen Schule. „Unsere Schüler wissen, dass neben guten schulischen Leistungen und korrekten Bewerbungsunterlagen auch ein gut geführtes Vorstellungsgespräch im Kampf um einen Ausbildungsplatz entscheidend sein kann“, betonte er.

So verfolgten rund 200 Schüler der Klasse 11 der Höheren Handelsschule und der Klasse 12 der gymnasialen Oberstufe in der Aula des Schulzentrums die Ausführungen von AOK-Abteilungsleiterin Annette Jandaurek und Jörg van Gessel. Beide sind Kommunikationsberater bei der Krankenkasse und stellten das Vorstellungsgespräch in den Mittelpunkt.

Personalchefs richten im Vorstellungsgespräch häufig ganz bestimmte Fragen an die Bewerber, erläuterte van Gessel. „Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden? Warum scheint gerade er für Sie geeignet zu sein? Haben Sie sich auch bei anderen beworben? Das seien ebenso typische Cheffragen, wie das Abklopfen von Schwachstellen in der Biographie. Dazu gehöre Sitzenbleiben oder die Vier in Mathematik. Dafür sollten sich Bewerber eine glaubhafte Erklärung zurechtlegen, und ihre Stärken und Leistungsbereitschaft deutlich machen, ohne den Eindruck des „Eigenlobs“ zu hinterlassen. Annette Jandaurek ergänzte, dass es durchaus erlaubt sei, selber Fragen zu Betrieb und Ausbildung zu stellen. Eine positive Wirkung bei der Vorstellung könne der Bewerber hinterlassen, wenn er pünktlich und in passender Kleidung erscheine, die Anwesenden freundlich begrüße, den Blickkontakt während des Gesprächs halte, langsam und deutlich spreche sowie in aufrechter Körperhaltung vor dem Personalchef sitze.

Damit das Bewerbungstraining nicht in grauer Theorie stecken blieb, hatten Jost von Papen, Dozent für Kommunikation an der Fachhochschule Osnabrück, und die Schauspielerin und Theaterpädagogin Judith Suermann aus Münster eine Vorführung vorbereitet. Das Profi-Team stellte zusammen mit den Schülern Vorstellungsgespräche nach. Auf Wunsch der Jugendlichen mimten sie Bewerber im Bankfach, als Industriekaufleute oder als Friseur. Die Rollenspiele sorgten für Heiterkeit im Publikum, da die gemachten Fehler extrem überzogen waren. Anschließend zeigten die beiden Akteure jedoch auch, wie ein perfektes Vorstellungsgespräch verlaufen könnte.

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung (16.02.2008)

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