Kind auf Privatschule oft wichtiger als Urlaub
Immer mehr Eltern investieren viel Geld in die Bildung ihrer Kinder und schicken sie auf Privatschulen in der Region. Einige Eltern gehen dabei an ihre finanziellen Grenzen – und verzichten gar auf ihren Urlaub.
Sonnengebräunt lächeln Karina Günther, ihr Mann und die beiden Töchter Kim und Lia in die Kamera. Es hatte ihnen gut gefallen in Tunesien vor einem Jahr. Doch diesen Sommer blieb die Familie in den Ferien zu Hause: Lia (6) kam im September in die erste Klasse der Swiss International School (SIS), eine neu eröffnete Privatschule in Friedrichshafen, die die Günthers künftig 3000 Euro im Jahr kosten wird. „Eine gute Bildung für die Kinder ist uns wichtiger als Urlaub“, sagt Karina Günther (43).
Sie und ihr Mann zählen zu einer immer größer werdenden Gruppe von Eltern, die sich die Bildung ihrer Kinder etwas kosten lassen. Als die erste Pisa-Studie vor acht Jahren deutsche Eltern schockierte, begannen Privatschulen nur so aus dem Boden zu schießen. Einer Umfrage des Magazins „Spiegel“ zufolge würden vier Fünftel der Befragten Geld für die Schule bezahlen, wenn ihr Kind dadurch bessere Lehrer und besseren Unterricht bekäme. Viele Eltern misstrauen staatlichen Schulen und suchen ihr Glück bei den Privaten, deren Gebühren oft hoch sind. (…)