GO14e besucht Ikonenmalerei von Hermann Roling
Seit 21 Jahren malt Pastor Hermann Roling Ikonen für Kirchen und andere Orte in ganz Deutschland. Zuvor hat er schon andere Maltechniken ausprobiert, doch als Theologe fand er die Ikonenmalerei für sich am reizvollsten. Seit fünf Jahren begeistert er nun auch noch andere Hobbykünstler für sein Werk und trifft sich jeden Montag mit einer kleinen Gruppe und gibt Tipps und Tricks weiter.
Die fertigen Ikonen und auch die „Werkstatt- Bilder“ sind in der vergangenen Zeit in der Hopstener St. Georg- Pfarrkirche gezeigt worden. Mit unserem Religionslehrer Herrn Menke haben wir uns (Klasse GO14e) die Ausstellung angeschaut und eine kurze Einführung in die Ikonenmalerei erhalten.
Gemalt wird auf einem speziellen Holz von einem Händler aus Süddeutschland und diese Bretter sind mit einer sogenannten „Stirnleiste“ versehen, sodass man leichter darauf malen kann. Danach werden auf das Holz verschiedene Champagner- Kreideschichten aufgetragen und abschließend wieder „Popoglatt“ (Zitat Roling) geschmirgelt. Die Vorarbeit für das Malen beginnt damit, dünne Linien von der Vorlage in das Holz einzugravieren. So kann auch jemand, der nicht gerade künstlerisch begabt ist, Ikonen malen, laut Hermann Roling. Unter dem Blattgold wird eine seltene Plaka-Farbe aufgetragen, damit es besser zur Geltung kommt, die anderen Pigmentfarben werden mit Eigelb vermischt für die ausdrucksvolle Leuchtkraft. Zum Schluss werden dann die Gesichter gemalt, da diese meist auch am schwersten zu zeichnen sind.
Eines der schönsten und wichtigsten Bilder für Hermann Roling ist die Auferstehungsikone. Jesus wird in einer Mandola abgebildet und neben ihm sind Adam und Eva zu sehen. Die Pforten der Unterwelt („Hades“) werden abgesperrt durch Jesus Christus. Zudem sind auch andere religiös bedeutsame Figuren abgebildet, wie zum Beispiel der Prophet Jesaja, Johannes der Täufer und die Jünger und Mose mit der Gesetzestafel. Die Ikone begeistert ihn, weil Adam und Eva für den Anfang stehen, Jesus eine Auf- und Abwärts Bewegung macht und zudem das Gewand der Auferstehung trägt. Aus diesem Grund soll diese auch später auf seiner eigenen Beerdigung nicht fehlen.
Alles in allem kann man sagen, dass es spannend war einmal zu sehen, wie Ikonen entstehen und wie viel Arbeitsaufwand dahintersteckt. Mit seiner überzeugenden Art konnte man auch direkt merken, wie viel Spaß er selber an der Malerei hat und auch andere dafür begeistern kann, denn wie schon gesagt, ein künstlerisches Talent sei dabei nicht zwingend notwendig.
Einige Impressionen:
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