414 Schüler lassen sich typisieren
Hopsten. Eine große Typisierungsaktion gab es jetzt an der Hüberts‘schen Schule. Die Idee dazu kam aus dem Biologieunterricht von Petra Köstler in der Jahrgangsstufe 12 der gymnasialen Oberstufe. Dort wurde das Thema Genetik, Blut und Blutspende behandelt. Die Blutspende sei zwar vielen Schülern bekannt gewesen, die Möglichkeit der Stammzellenspende kannten hingegen nur wenige, teilt die Schule mit.
Lehrerin Petra Köstler organisierte die Aktion auf Wunsch der Schüler. Ohne dass es einen aktuellen Anlass dazu gebe. Stammzellenspender werden für Leukämieerkrankte benötigt. Viele davon benötigen zum Überleben einen geeigneten Spender, der quasi ihr genetischer Zwilling ist. Wird dieser gefunden, so gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Knochenmarkspende oder eine Entnahme von Stammzellen aus dem Blut.

Gut 70 Prozent der Schüler nahmen an der Aktion teil, einige brachten auch Freunde oder Familienangehörige mit. Es gab Klassen, in denen fast alle Schüler zur Typisierung kamen, weiß Schulleiter Alfons Ahlers zu berichten.
Elisabeth Terboven, (Koordinatorin für Blutentnahme-Aktionen der Stefan-Morsch-Stiftung sagte: „An einem Aufruf zur Stammzellentypisierung ohne aktuellen Anlass nehmen normalerweise nur zehn bis fünfzehn Prozent teil.“ Daher sei das Hopstener Ergebnis ein „sensationeller Erfolg“. Ihre Erwartungen seien mehr als übertroffen worden. Vor allem junge mögliche Spender zu finden sei besonders wichtig, denn Stammzellen können nur bis zum Alter von etwa 50 Jahren gespendet werden.
Organisiert wurde die Aktion in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst Kreis Steinfurt und der Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld in Rheinland-Pfalz, die auch die Kosten von etwa 50 Euro pro Typisierung übernimmt. Von ihnen wurden auch die fünf Milliliter Blut abgenommen, die zur Typisierung benötigt werden. Mit so wenig Aufwand können die Schüler nun als mögliche Spender zur Verfügung stehen und unter Umständen ein Leben retten. Eine Schülerin sagte: „Ich hoffe, dass ich wirklich einmal meine Stammzellen spenden darf.“
Wolfgang Krüper vom Maltester Hilfsdienst zeigte sich sehr beeindruckt von den Schülern der Hüberts‘schen Schule. „Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei allen Beteiligten, aber besonders bei unseren Schülern, die zu diesem enormen Erfolg beigetragen haben“, sagte Lehrerin Petra Köstler nach der Aktion. Sie sei beeindruckt von der Bereitschaft der Schüler, sich typisieren zu lassen, und damit international miteinander vernetzten Registern zur Verfügung zu stehen.