Die Beste aus 493 Bewerbern
Fast 500 Bewerbungen waren eingegangen. Doch den Scheck über 1000 Euro nahm zum Abschluss des Azubi-Trainingslaufs 2009 nur eine mit nach Hause: Die 15-jährige Johanna Niemeyer von der Realschule Bad Iburg.
Sie überzeugte die Jury nicht nur mit einer aussagekräftigen Bewerbungsmappe. Darüber hinaus setzte sich die Jüngste der insgesamt sieben Finalisten auch in einem sogenannten Assessment-Center gegen ihre Mitbewerber durch. Es sei ein Kopf-an-Kopf-Rennen gewesen, erklärte Sandra Winkel von der buw-Unternehmensgruppe.
An die Adresse ihres Arbeitgebers waren alle Bewerbungen der Schüler gegangen und sorgten für einen überfüllten Postkasten. Nach und nach hätten zwei Mitarbeiter alle Unterlagen gesichtet und eine Rückmeldung gegeben, was an den Bewerbungsunterlagen gut und was verbesserungswürdig gewesen sei, so Winkel. „Insgesamt haben wir 1479 Seiten an Rückmeldungen für die Schüler verfasst.“
Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Bedford, Wiethe-Group, Meyer und Meyer, pco/Hellmann, der Sparkasse Osnabrück sowie dem Medienhaus Neue Osnabrücker Zeitung hatte buw die Aktion auf die Beine gestellt und ordentlich die Werbetrommel gerührt. Dennoch gestand Winkel angesichts des Echos: „Mit diesem Ansturm haben wir nicht gerechnet.“
Oberbürgermeister Boris Pistorius, der gemeinsam mit Landrat Manfred Hugo die Schirmherrschaft über den Azubi-Trainingslauf innehatte, sprach von einer „echten Erfolgsgeschichte“. Er verwies auf die Teilnehmerzahlen, die sich von 30 im ersten Durchlauf auf fast 500 im dritten Durchgang in diesem Jahr gesteigert hat. Ausdrücklich lobte er die beteiligten Unternehmen für ihr Engagement.
Dass die aber durchaus davon profitieren, wenn ihre Bewerber wissen, wie man sich richtig bewirbt, verdeutlichten die Firmenvertreter in ihren Ansprachen. Gerade angesichts des demografischen Wandels sei es für Betriebe wichtig, geeignete Bewerber aufzuspüren. „Wir werden auf dem Markt dauerhaft nicht das Personal finden, das wir brauchen, und genau deswegen bilden wir aus“, erklärte etwa Andreas Stoppe vom Medienhaus Neue Osnabrücker Zeitung.
Bis sich die Siegerin Johanna Niemeyer allerdings auf dem echten Arbeitsmarkt bewerben muss, wird es wohl noch etwas dauern. Der Arbeitsbereich Design schwebt ihr als Berufswunsch vor. Das gewonnene Geld investiert sie aber schon einmal in ihre Zukunft: Die 1000 Euro sollen als Grundstock für den Führerschein dienen.
Über den vierstelligen Geldbetrag durfte sich im Übrigen nicht nur Johanna Niemeyer freuen. Die Initiatoren des Azubi-Trainingslaufes 2009 hatten die gleiche Geldsumme für die Schule mit den meisten Bewerbungen ausgelobt.
In dieser Kategorie setzten sich die Berufsbildenden Schulen am Pottgraben mit insgesamt 129 eingesandten Bewerbungen deutlich vor der zweitplatzierten Hübert’schen Schule aus Hopsten und der Realschule Hasbergen durch. Neben dem Geld, dass auf die Klassenkassen aufgeteilt werden soll, können 30 Berufsschüler an einem Assessment-Center auf Einladung von buw teilnehmen.
Quelle: neue OZ online, URL: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/osnabruecker_land/24147528.html (08.12.2009)