Persönlichkeit spielt große Rolle
Hüberts’sche Schule Hopsten stellt vier der sieben Finalisten beim Azubi-Trainingslauf
„Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als…“ So oder ähnlich beginnen viele Bewerbungen. Dass es auch anders und vor allem besser geht, bewiesen jetzt vier Schüler der Hüberts´schen Schule Hopsten, Zweig Höhere Handelsschule. Beim Azubi-Trainingslauf, organisiert von der buw-Unternehmensgruppe in Zusammenarbeit mit sechs anderen Firmen aus dem Osnabrücker Raum, schafften sie den Sprung ins Finale und landeten nach einem anstrengenden Assessment Center (Personalauswahlverfahren) unter den besten Sieben. Einen Sieg gab es am Ende zwar nicht, aber dafür jede Menge wichtige Erkenntnisse zum Thema richtig bewerben.

Eigentlich jedoch hätten es drei der vier Finalisten gar nicht nötig gehabt, sich der Jury und damit den Fachleuten im Hinblick auf Einstellung und Bewerbungen zu stellen: Annika Scholz (18), Martin Heck (17) und Lukas Rieken (17) haben bereits Ausbildungsstellen, André Altenschulte (18) ist noch auf der Suche. „Die Teilnahme am Trainingslauf war freiwillig. Aber wir wollten es ausprobieren und etwas für unsere Schule tun“, erklärt Annika Scholz. Denn immerhin gab es für die Schule, die bei dem Wettbewerb die meisten Bewerbungen verschickte, 1000 Euro zu gewinnen.
Viel wichtiger als das Geld und der letztendlich zweite Platz der Schule sind für Schüler und Lehrer Anja Arens-Fischer und Jens Holtgrave, die mehrere Seiten langen Rückmeldungen der Unternehmen, die es auf jede der insgesamt beim Azubi-Trainigslauf eingegangenen 493 Bewerbungen gab. Darin werden den Schülern die Stärken und Schwächen ihrer Unterlagen aus Sicht der Profis ausführlich geschildert. „Das ist schon etwas Besonderes, ein solches Feedback bekommt man sonst ja nicht“, sagt Anja Arens-Fischer, verantwortlich für den Bereich Berufsberatungskoordination an der Schule.
Zwar seien Bewerbungen ab der Unterstufe für die Handelsschüler fester Bestandteil des Unterrichts. Ein solches Projekt habe es bislang aber noch nicht gegeben, erläutert Lehrer Jens Holtgrave. Die Gründe, warum sich Unternehmen an der Aktion beteiligen und sich die Mühe machten, auf jedes Anschreiben zu reagieren, liegen für ihn klar auf der Hand: „Die Firmen haben ein immer größeres Interesse daran, gute Auszubildende zu finden. Gerne auch welche aus der Region.“ Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Schule könne diese Suche erleichtert werden. Für beide Seiten.
Einfach sei die Berufswahl heute nicht, weiß Anja Arens-Fischer: „Die Auswahl an Berufen ist enorm groß. Da müssen sich die Schüler schon sehr gut mit dem Angebot auseinandersetzen, um das Richtige für sich zu finden.“ Und sich in einer Bewerbung auch entsprechend zu präsentieren. Denn darauf kommt es an, ist die Erfahrung der vier Finalisten. Nicht nur gute Noten und ein fehlerfreier Lebenslauf nebst Anschreiben sind wichtig. Auch die sogenannten „soft skills“, die sozialen Kompetenzen, können heute entscheidende Kriterien sein.
So hat etwa Martin Heck betont, dass er nebenbei als Schiedsrichter tätig ist. „Damit konnte ich begründen, dass ich mit Menschen umgehen kann und auch bei schwierigen Situationen den Überblick behalte“, sagt der angehende Bankkaufmann. Lukas Rieken und André Altenschulte betonen, dass privates Engagement immer gerne gesehen werde und nahezu immer in eine Bewerbung gehöre. „Wer sich in seiner Freizeit für andere engagiert, der setzt sich auch für das Unternehmen ein“, sei oftmals die Schlussfolgerung, sagt Jens Holtgrave. Zudem legten die Firmen nicht nur Wert auf eine gute Ausbildung der jungen Bewerber, sie seien auf der Suche nach Persönlichkeiten.
Mehr Informationen zum Ablauf des Azubi-Trainingslaufes gibt es unter www.azubi-trainingslauf.de
Quelle: Antje Raecke für IVZ Online. URL: http://www.ivz-online.de/lokales/kreis_steinfurt/hopsten/1230524_huebertssche_schule_hopsten_stellt_vier_der_sieben_finalisten_beim_azubi_trainingslauf.html (2009-12-09)