Schüler zwischen Kunden und Krediten
Beim Planspiel Schulbanker des Bundesverbands Deutscher Banken haben es Schülerinnen der Hüberts‘schen Schule ins Finale nach Potsdam geschafft. Dort lief es am Ende aber nicht ganz so rund.

Haben die Luft der Chefetage geschnuppert: Jacqueline Plaggenborg (vorne, v.l.), Saskia Topper und Alina Veerkamp waren beim Finale des Planspiels Schulbanker in Potsdam dabei. Die Lehrerinnen Doris Bregen-Meiners (hinten, l.) und Kristin Neugebauer haben sie begleitet.
Lukrative Sparangebote und attraktive Kreditzinsen locken Kunden. Geld kommt rein. Geld, mit dem die Bank wirtschaften kann. Geld das sich – schlau angelegt – möglichst vermehren sollte. Die Führung einer Bank ist ein ständiger Spagat zwischen Kundenakquise und Gewinnwirtschaft. Dass das keine leichte Aufgabe ist, haben jetzt einige Schülerinnen der Hüberts‘schen Schule selbst erlebt und gut gemeistert. Beim Planspiel Schulbanker des Bundesverbands Deutscher Banken haben sie es unter 750 teilnehmenden Gruppen ins Finale der Top 20 nach Potsdam geschafft.
Dort mussten Alina Veerkamp, Saskia Topper und Jacqueline Plaggenborg aber auch erleben, wie schnell das ganze schöne Geld wieder weg sein kann, wenn man alles auf eine – die falsche – Karte setzt. Nach drei von vier Finalrunden lag das Team, betreut von den Lehrerinnen Kristin Neugebauer und Doris Bregen-Meiners, noch ganz vorne. Jede Runde simuliert ein Geschäftsjahr der Bank. Und das letzte Geschäftsjahr der drei Wirtschaftsgymnasiastinnen war ein wirklich mieses. Von ganz vorn ging‘s nach ganz hinten. Platz 20 am Ende.
„Wir hatten aus den Augen verloren, auch Geld reinzubekommen“, erklärt Saskia Topper den strategischen Fehler, der ihrer virtuellen Bank in nur einem Jahr das Genick gebrochen hatte. Vor der letzten Runde hatte das einzige reine Mädchenteam unter den Top 20 einen Bilanzgewinn von 52 Millionen Euro. Der spätere Sieger hatte 60 Millionen. Die drei Zwölftklässlerinnen der Hüberts‘schen Schule leider ein Minus von sechs Millionen.
Seit November haben sich die Schülerinnen mit dem Bankwesen beschäftigt. Kristin Neugebauer brachte das Planspiel in ihrem Differenzierungskurs „Spezielle Betriebslehre Banken“ auf den Tisch. „Da mussten wir uns erst ziemlich einarbeiten“, sagt Saskia. Viele Fachbegriffe mussten mit Leben gefüllt, das Prinzip Bank überhaupt erst verstanden werden.
Die Vorrunde besteht bei Schulbanker aus sechs Geschäftsjahren. Jedes ist zwei Wochen lang, inklusive Rückmeldung in Form eines Jahresabschlusses durch den Veranstalter. Gespielt wird online. „Wo wir stehen, wussten wir erst nach dem sechsten Geschäftsjahr“, erzählt Saskia Topper. „Dass wir im Finale sind, haben wir erst gar nicht geglaubt.“
Und, obwohl es in Potsdam am Ende nicht mehr ganz so rund lief, ziehen die drei Nachwuchsbankerinnen und auch ihre Lehrerinnen ein sehr positives Fazit. „Wir haben viel gelernt“, sind sie sich einig. „Viele Zusammenhänge verstehen wir jetzt besser.“ Begeistert sind sie aber auch vom ganzen Umfeld. Haben Kontakte zu den anderen Gruppen geknüpft und den Wert von Teamgeist schätzen gelernt.
Quelle: IVZ Online, Anke Beiing, URL: http://www.ivz-aktuell.de/lokales/hopsten_artikel,-Schueler-zwischen-Kunden-und-Krediten-_arid,204633.html (2013-05-07)