Hüberts‘sche Realschule hat den Betrieb aufgenommen
Die Hüberts’sche Schule in Hopsten ist seit fast drei Wochen um eine Schulform reicher. 35 kleine Realschüler wuseln jetzt in den Pausen zwischen Handelsschülern und den Schülern der gymnasialen Oberstufe über den Schulhof.
HOPSTEN. Alles ist noch neu und irgendwie anders. Dennoch findet Schulleiter Alfons Ahlers schon jetzt, dass die kleinen Fünftklässler eine echte Bereicherung für seine Schule sind.
Die Hüberts’sche Realschule soll dauerhaft einzügig geführt werden. Da Ahlers aber keine Kinder ablehnen wollte, die mit einer vollen Realschulempfehlung zu ihm kamen, und er 35 Kinder in einer Klasse zu viel fand, sind die Fünftklässler auf zwei Lerngruppen aufgeteilt worden. Sie haben Klassenräume in der Nähe des Sekretariats bekommen. Erste Überlegungen, die Kleinen in Räumen der Hauptschule unterzubringen, hatten Ahlers und sein Kollegium schnell wieder verworfen. „Die Kleinen kommen ja doch öfter mal mit einem Problem“, sagt Ahlers. „Daher wollten wir sie nah bei uns haben.“
Statt der Realschüler sind nun die vier neuen elften Klassen der gymnasialen Oberstufe ins Realschulgebäude gezogen. „Wir haben einen Durchbruch gemacht“, erklärt Ahlers. So haben die Schüler nur etwa zehn Meter Fußweg zwischen den Gebäuden.
Die Schüler der Stufe zwölf der gymnasialen Oberstufe haben Patenschaften für ihre kleinen Mitschüler übernommen. So haben die Realschüler bei Problemen neben Lehrern und Sekretärinnen noch weitere Ansprechpartner. „Im Grunde laufen die Kleinen aber einfach so mit“, sagt Ahlers. „Bei 700 großen Schülern fallen sie bisher kaum auf.“
Und was sagen die Lehrer zu ihrer neuen Aufgabe? Die ersten Rückmeldungen seien durchweg positiv, verrät Alfons Ahlers. „Ein Klassenlehrer hat zu mir gesagt, es ist anstrengend, aber man bekommt auch viel zurück.“
Bei den Realschülern sind vor allem jüngere Lehrer des Kollegiums in Einsatz. „Solche, die den Unterricht bei den Kleinen noch aus ihrer Ausbildung kennen“, erklärt der Schulleiter. Sie alle haben sich übrigens freiwillig dafür gemeldet. Kein Kollege wurde dazu verdonnert, statt fast erwachsener Schüler nun plötzlich Zehn- oder Elfjährige unterrichten zu müssen.
Denn dass das zwei völlig verschiedene Welten sind, die nicht unbedingt jedem liegen, weiß auch Alfons Ahlers. „Die reden frei, taktieren nicht, sagen einfach, was ihnen gerade durch den Kopf geht“, erzählt er. Auch die Probleme seien ganz andere, als bei den Großen. Erst neulich habe sich die ganze Klasse beim Schulleiter über vertauschte Namensschilder beschwert. So etwas hat Alfons Ahlers in den vergangenen Jahren selbstverständlich nicht zu hören bekommen. Die kleinen Schüler sind eben eine echte Bereicherung für die Hüberts’sche Schule – und das in vielerlei Hinsicht.
Quelle: Anke Beiing, IVZ Online (URL: http://www.ivz-aktuell.de/lokales/hopsten_artikel,-Hueberts%E2%80%98sche-Realschule-hat-den-Betrieb-aufgenommen-_arid,378897.html am 10.09.2014)